Freitagabend in Guderhandviertel, nachdem ich die vergangenen Abende bereits genutzt hatte einen optimalen Platz zu finden, ging es nun gegen kurz nach Acht los… Zum Glück sollte jener Platz für die Nacht im wahrsten Sinne des Wortes vor der Haustür liegen. Bei sommerlichen 28° Grad wurde so zumindest das Schleppen der üblichen Utensilien erleichtert. Stativ, Montierung, Okularkoffer, Stromversorgung, Kamera, Gegengewichte und zum Schluss das Teleskop. Fertig! Warten… Mondaufgang um 21:42 Uhr, natürlich nichts zu sehen. Das schmale Wolkenband am Horizont wird sein übriges dazu tun das dies auch noch eine Weile so bleibt. Höhepunkt der total Ferfinsterung um 22:22 Uhr, immernoch nichts. Oder doch? Zeichnet sich sich da nicht im Südosten ganz leicht eine rötlichgraue Scheibe vom Himmel ab? Wegschauen, hinschauen, wegschauen, hinschauen. Ja, nein, vielleicht… doch! Da ist er! Der Blick durchs Teleskop offenbart nicht viel mehr als man auch mit bloßem Auge sieht. In den nächsten Minuten nahm der Kontrast glücklicherweise immer weiter zu, so konnte ich auch bald durch’s Okular erste Strukturen auf der Mondoberfläche erkennen. Die Zeit ist heute trotz des späten Mondaufgangs auf Seite der Beobachter, 103 Minuten total Phase, außergewöhnlich! So außergewöhnlich das sie dieses Jahr viele Menschen in ihren Bann zieht, auch die Nachbarn sind dabei und werfen einen Blick durchs Okular. Nachdem die ersten optischen Bedürfnisse befriedigt sind, kommt die Kamera ins Spiel. Ein paar Momente wollte ich dann doch noch festhalten. Also erstmal den Fokus finden, 10fache Vergrößerung auf dem Kameradisplay und mit der 1:10 Untersetzung am Okularauszug sich langsam an das Optimum herantasten. Ich erinnere mich an meine Anfänge vor vielen Jahren, die Bedingungen waren weitaus bescheidener als heute und doch strebt man nach wie vor irgendwie immer nach dem (unereichbarem) Optimum. Der tiefstehende Mond und die Luftunruhe in Horizontnähe machten es auch heute nicht ganz einfach, irgendwas ist ja immer. Am Ende landeten dennoch ein paar schöne Aufnahmen im Kasten bei denen es sich lohnte eine Montage der verschiedenen Phasen anzufertigen. Ein schönes Gefühl mal wieder astronomisch tätig gewesen zu sein und dem Ereignis beizuwohnen. Nächste Mondfinsternis – Januar 2019!
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